Was tun, wenn Kinder einen Elternteil bevorzugen?

Das kommt nicht nur oft vor – es ist sogar die Regel! In Manchen Phasen seines Lebens findet ein Kind die Mama toller, und später dann den Papa. Oder ein Kind hängt von vorneherein stärker an einem Elternteil als am anderen, und das bleibt auch so.

Besonders krass ist das bei Eltern, die getrennt leben. Denn dann erlebt das Kind den Alltag überwiegend beim einen Elternteil, muss dort Gemüse essen und Hausaufgaben machen, während beim anderen Elternteil Freizeit und mehr Kuscheln angesagt ist. Der Wochenend-Papa oder die Wochenend-Mama ist dann meistens beliebter als der Elternteil, der den Alltag schmeißt und sich tagtäglich ein Bein ausreißt, um alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen.Kinder sind da sehr korrumpierbar.

Und dann kommt natürlich dazu, dass Kinder sich je nach Alter stärker an bestimmten Elternteilen orientieren. In den ersten beiden Jahren ist das der, der die meiste Zeit mit dem Kind verbringt. Ab etwa dem achten Lebensjahr ist dann häufig der gleichgeschlechtliche Elternteil das große Vorbild und der Vertraute, und in der Pubertät verfeinden sich Kinder dann manchmal regelrecht mit einem Elternteil, während sie mit dem anderen recht freundlich umgehen.

Das ist natürlich schrecklich ungerecht. Und nicht wenige Eltern leiden darunter. Wie können sie sich helfen, was sollten sie tun?

Wichtig, ihr Eltern ist, dass ihr immer wisst: Eure Kinder lieben euch. Auch wenn sie so tun, als wäre das ganz anderes. Sie können nicht anders, sie spüren es nicht immer, aber sie tun es. ganz egal, wie schwer ihr es gerade miteinander habt, wie gemein die Kinder sind, wie schwierig der Alltag oder wie steif und fest eure Kinder behaupten, sie müssten adoptiert sein, weil sie rein kein gar nichts mit euch verbinden würde. Die Liebe ist immer da. Und wird nach einer gewissen Zeit auch wieder spürbar und kommt zum Vorschein, wenn ihr gelassen bleibt und nicht euer Herz verschließt. Denn passiert das, können sich die Störungen, die erst einmal normal sind, verfestigen.

Denn manchmal geschieht es, dass ein Elternteil beschließt: „Wenn du nichts von mir wissen möchtest, will ich dich auch nicht mehr sehen.“ Oder: „Wenn du gemein zu mir bist, brauchst du auch nichts mehr von mir zu erwarten.“ So menschliche verständlich diese Reaktion sein mag, sie ist auch trotzig und nicht erwachsen. Damit disqualifizieren sich Eltern aber als Person, die ein Kind respektiert und von der es meint etwas lernen zu können.

Eltern sollten es aushalten, wenn ein Kind sie eine Zeitlang doof findet oder links liegen lässt. Und dennoch ihre erzieherischen Aufgaben weiterhin wahrnehmen, auch wenn das Kind diese nicht gut findet. Also klar sagen: Auch wenn du das gerade nicht klasse findest, ich bin deine Mutter und entscheide, dass du deine Hausaufgaben jetzt machst. Leben die Eltern zusammen, sollte der Elternteil, der gerade bevorzugt wird („Ich will aber, dass mich die Mama ins Bett bringt!“) klar Position beziehen. Das bedeutet, dass er dem Kind gegenüber immer wieder klarstellt, dass das Zu-Bett-Gebracht-Werden kein Wunschkonzert ist, und dass es mal der eine, mal der andere macht. So kann das Kind wieder auf seinen Platz zurückfinden, sich mit dem anderen Elternteil arrangieren und nach und nach erkennen, dass der zwar vieles anders macht, aber eben auch manches anders gut.

Und natürlich, wenn die Kinder größer werden und ihre gezeigte Ablehnung manchmal auch krasser wie zum Beispiel in der Pubertät, sollten beide Eltern an einem Strang ziehen. Absprachen sind wichtig, damit Kinder nicht in eine Situation kommen, in der sie einen gegen den anderen ausspielen können, Klarheit und immer wieder die Botschaft: Es ist so wie es ist. Wir können über manche Regeln zusammen sprechen, aber deine Eltern haben beide einen wichtigen Platz, und dass du gerade mit dem einen besser auskommst, bedeutet nicht, dass der nun alles übernimmt oder der andere nichts mehr zu sagen hat.

Und ganz am Ende, aber zentral und eigentlich das Wichtigste: Auch Kinder, die ihre Eltern sehr lieben und deren Eltern einen richtig guten Job machen, mögen ihre Eltern phasenweise nicht. Das ist normal und Teil der gesunden Entwicklung auf dem Weg zum Erwachsen-Werden. Eltern, die von ihren Kindern immer toll gefunden werden, machen mit Garantie etwas falsch. Sie richten sich zu stark nach den Wünschen (nicht den Bedürfnissen!!!) der Kinder und tun zu viel, um sich von den Kindern geliebt zu fühlen. Viel wichtiger, als dass euch eure Kinder immer toll finden ist, dass ihr ihnen in Sachen Glück ein gutes Vorbild seid. Kinder brauchen Eltern, die ihnen zeigen, wie man sein Leben so gestaltet, dass man wirklich das lebt, was einem wichtig ist. Das kann sogar bedeuten, dass man manchmal nicht für die Kinder da ist, sondern der Babysitter oder die Oma. Wenn man als Mutter oder Vater aber für das eigene Glück sorgt, sind die Chancen viel größer, dass auch die Kinder das einmal tun. Dass sie sich erlauben, den eigenen Weg zu finden und zu gehen. Und dieser Weg ist ja oft einer, der die Eltern erst einmal überrascht und der ihnen nicht in allen Details gefällt. Kinder die sich das trauen, haben etwas Wichtiges mitgenommen. Und finden immer wieder einen Weg zu ihren Eltern. Nicht weil sie denken das zu müssen, sondern weil sie es wollen.

 

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