Glaubenssätze transformieren durch Achtsamkeit

Neben den klassischen Methoden zur Veränderung von störenden Glaubenssätzen gibt es noch eine weitere, sehr unspektakuläre und für uns Westler, die wir immer etwas „machen“ wollen, um Probleme zu lösen, eher ungewohnt:

Veränderung durch achtsame Beobachtung. Das geht so:

Nimm dir Papier und Stift und zehn Minuten Zeit. Stelle den Wecker. Nun beginne damit, alle Gedanken aufzuschreiben, die dir spontan durch den Kopf gehen. Gedanken tauchen in Form von Text auf, also Wörtern und Sätzen, die du zu dir selbst sagst. Das kann so aussehen:

„Was für eine blöde Übung… was soll ich denn da schreiben…. Mist, wie sieht meine Schrift denn aus?…. Der Kuli funktioniert auch nicht richtig… Hoffentlich sieht mich keiner…. Ich denke an gar nichts…. so blöd kann auch nur ich sein, diese Übung zu machen… was soll denn das bringen….Morgen ist Wandertag, ich muss noch packen… Eigentlich wäre es am besten, ich packe jetzt, anstatt hier zu sitzen… nachher habe ich wieder keine Zeit dafür…“ Und so weiter.

Diese Übung, immer wieder durchgeführt, hilft dir dabei, erstens deine Gedanken zu bemerken, wenn sie durch deinen Kopf ziehen. Zweitens hilft sie dabei, diese Gedanken zu beobachten. Das ist wichtig. Denn meist leiden wir deshalb unter Gedanken, weil wir uns mit ihnen identifizieren. Das bedeutet, dass wir sie für die Realität halten, anstatt für elektrische Impulse im Kopf, ferngesteuert von Erfahrungen aus der Vergangenheit und gewohnten Denkgewohnheiten. Wir glauben unseren Gedanken viel zu oft.

Wenn du nun im Alltag beginnst, immer wieder mal zu lauschen, was gerade in deinem Kopf gedacht wird, kannst du das anschauen, ohne zu bewerten. Also nicht: „Was für ein dämlicher Gedanke! Den muss ich durch einen positiven Gedanken ersetzen!“ – denn das sind ja wieder nur Gedanken. Stattdessen schaust du dir die Gedanken an und registrierst einfach, dass sie da sind und lässt sie weiterziehen. Denn das tun sie. Und wenn ein bestimmter Gedanken häufiger auftaucht, kannst du ihn staunend kommentieren: „Huch, der schon wieder. Der ist aber hartnäckig heute.“

Was dadurch passiert? Du entziehst diesen Gedanken Energie. Du nimmst sie nicht mehr so wichtig. Und das mögen sie nicht. Ergebnis? Sie werden schwächer, sie verziehen sich mehr und mehr. Dein Kopf wird nach und nach freier. Du glaubst es nicht? Probier es aus!

Wenn du dazu etwas mehr lesen möchtest, empfehle ich

„Das Achtsamkeitsbuch“ von Haller und Weiss

„Jetzt!“ von Eckhard Tolle

Oder mein 365 Tage Coaching Programm „Be happy“ 🙂