Helfen Nüsse gegen Depressionen?

Mit großer Wahrscheinlichkeit ja. Warum das so ist?

Lange glaubten die Experten (und viele glauben es immer noch), dass Depressionen durch ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn ausgelöst wird, konkret einen Mangel an Serotonin. Genau deswegen wirken die meisten Medikamente gegen Depressionen auch auf Serotonin ein, indem sie durch verschiedene Wirkmechanismen im zentralen Nervensystem den Serotoninspiegel zu erhöhen suchen.

Irving Kirsch, ein englischer Forscher, hat vor einigen Jahren alle Studien, die es dazu gibt, noch einmal genau unter die Lupe genommen: Veröffentlichte Studien, unveröffentlichte Studien, und er kommt zu einem schockierenden Ergebnis: Medikamente, die den Serotoninspiegel erhöhen, können Depressionen lindern – aber nicht in vielen Fällen, und überwiegend auch nur dann, wenn die Medikamente Nebenwirkungen produzieren.

Gleichzeitig haben Medikamente, die den Serotoninspiegel senken, die gleiche Wirkung – auch sie lindern Depressionen, umso stärker, je höher die Nebenwirkungen sind. Noch einige andere spannende Fakten präsentiert er in seinem Buch „The Emperors New Drugs“, das vor allem im englischsprachigen Raum hohe wissenschaftliche Beachtung gefunden hat, voll mit felsenfesten Fakten. Die Wirkung der klassischen Medikamente scheint nicht überwiegend, sondern ganz auf dem Placebo-Effekt zu beruhen. Die Hypothese, Depressionen hätten etwas mit Veränderungen im Serotoninspiegel zu tun, die sich bisher auf die Annahme stützte, den Serotoninspiegel erhöhende Medikamente würden chemisch Depressionen lindern, ist damit ebenfalls ins Reich der Legenden verwiesen.

Was bleibt?

Neue Ergebnisse weisen immer stärker in die Richtung, dass Depressionen besonders häufig im Zusammenhang mit Entzündungen auftauchen. So dass die erste Maßnahme der Wahl sein könnte, Entzündungen im Körper zu bekämpfen. Weil dafür bestimmte Fette eine ganz wichtige Rolle spielen, und zwar die Omega-3-Fettsäuren, und diese in Nüssen enthalten sind (besonders in Walnüssen), liegt die Vermutung nahe, dass eine Handvoll Nüsse bei Depressionen wirklich eine gute Medizin wäre.

Was kann man weiterhin tun?

  • Dem Tag eine Struktur geben.
  • Sich täglich an der frischen Luft bewegen.
  • Hochwertiges Eiweiß essen.
  • Den Fernseher aus lassen und alles andere, was einen berieselt.
  • Menschen treffen, die man mag, schmusen, kuscheln, staunen, lachen (ruhig mit Hilfe der Lieblingscomedy)
  • Dinge tun, die man früher gerne getan hat.
  • Vom Sofa aufstehen und Anstehendes erledigen, auch wenn es erst schwer fällt.
  • Negative Selbstgespräche beenden, indem man sich ablenkt oder mit den Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie oder des Mentaltrainings schädliche Überzeugungen („es hat ja eh alles keinen Sinn“) durch andere ersetzt.

Depressionen sind heilbar. Das ist die gute Nachricht. Wie es scheint, auch ohne Medikamente.

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