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Der Preis der Unendlichkeit

Was ist der Preis der Unendlichkeit?

Das einzige, was über das Leben wirklich sicher ist, ist dessen Endlichkeit. Eines Tages ist es vorbei, für jeden und jede von uns. Sterben wird eines Tages für dich, der oder die du diesen Beitrag liest, Realität sein – genauso für mich. Und wir wissen ebenfalls: Wir werden nichts mitnehmen. Im Sterben sind wir alle nackt.

Umso erstaunlicher finde ich es, dass die Frage, wie man diese Zeit, diesen Prozess und die damit verbundenen Veränderungen und Herausforderungen für den Sterbenden und die Menschen, die um ihn herum noch eine Weile dableiben, gut gestalten kann., kaum gestellt wird. Umso mehr Energie verwendet unsere Gesellschaft stattdessen darauf, diesen Prozess möglichst weit hinauszuschieben. Fast sollte man meinen, das Ziel sei, das Sterben komplett zu vermeiden. Was für ein Irrsinn!

Wie aber wird das selbstverständliche Wissen um unsere Endlichkeit verdrängt?

Genutzt werden zwei verschiedene Möglichkeiten, um die Illusion von Unendlichkeit zu erschaffen:

  1. Das Bestreben immer mehr zu haben, immer mehr zu konsumieren und immer mehr Profit zu machen. Es scheint immer aufwärts zu gehen, alles scheint unter Kontrolle. Das Credo: Was du wirklich haben willst, das kannst du auch haben. Du hast die Kontrolle, du entscheidest über das Leben (und beherrschst es damit auch).
  2. Die Überzeugung, das Leben ginge nach dem Leben weiter, in der Regel besser als hier. Mit dieser Sicht werten wir das Leben im Hier und Jetzt ab. Es ist nur noch eine Vorstufe für das bessere Leben nach dem Tod. 

Macht das das Streben nach einem unendlichen Leben lebensfeindlich? So scheint es. Beide Illusionen lassen uns im echten Leben abstumpfen. Denn das Leben entspringt dem Hier und Jetzt, es kann nur in diesem Augenblick gelebt werden. Und es ist nicht lebendig durch Besitz, Macht, Unterhaltung oder Spaß. Es ist lebendig, wenn wir das Wesentliche in uns spüren und ihm folgen und das Eigentliche tun – also das, was uns zutiefst eigen ist, ins Leben bringen: Unsere Liebe zur Musik, unsere Liebe zu anderen Menschen, unser Ohr, mit dem wir so gut zuhören können, unserer Wärme, unsere Herzlichkeit, unsere Freude an der Bewegung, unseren seltsamen Humor, unsere Leidenschaft für die Wissenschaft oder für das Holz, aus dem wir Möbel bauen, für die Natur, wie wir erleben oder schützen, für das, was uns ausmacht.

Das ist Leben, und je mehr wir es leben, jetzt, anstatt nach Unendlichkeit zu suchen, umso mehr Leben haben wir. Sonst existieren wir bestenfalls, und schlimmstenfalls funktionieren wir. Leben geschieht an jedem einzigen Tag, an dem wir uns selbst treu sind, nicht unterwegs, um zu gefallen oder um etwas darzustellen, sondern um das zu tun, was das Leben von uns will.

Um es mit Viktor Frankl zu sagen: Es kommt nicht darauf an, was wir vom Leben erwarten. Sondern darauf, was das Leben von uns erwartet. 

Ich liebe dieses Zitat. Besser kann man es nicht sagen.

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