Ohne Krisenmodus keine Chance auf Wachstum

Die Chance in der Krise

Zwischen blanker Panik und „alles nicht schlimm“ taucht immer häufiger auch die beruhigende Nachricht auf, jede Krise sei eine Chance. Für jene, die Panik haben, klingt das wie blanker Hohn. Jene, die beruhigt sind, nicken zufrieden.
Mir scheint: Die haben das alle nicht verstanden mit der Chance in der Krise. Die, die nicken, befinden sich (noch) nicht in einer Krise. Ohne Krisenmodus gibt es aber in der Regel keine wirkliche Chance auf Wachstum. Und jene, die auf diese Chance lieber verzichten würden, weil sie die Krise schrecklich finden, wissen nicht, worin die Chance denn da bestehen soll, wo doch gerade alles den Bach runtergeht.

Wachstum braucht immer wieder Veränderung, damit es funktionieren kann. Dabei ist es egal, ob ein Mensch oder ein Unternehmen wachsen möchte. In der Regel sehen wir Wachstum als linearen Prozess. Etwas wird also immer größer oder immer stärker, ein Mensch immer weiser etc. In der Realität funktioniert das aber nicht. Wachstum, wenn es langfristig gut sein soll, erlebt immer wieder Brüche und Krisen. Durch diese Brüche erlebt es quantitative Sprünge. Ein Mensch ist danach nicht mehr der gleiche wie vorher. Ein Unternehmen hat sich neu positioniert, es richtet sich neu aus, neue Menschen führen es, oder sie tun es anders. Ist Wachstum immer nur linear, hört es irgendwann auf. Der Organismus hat aufgehört, sich anzupassen an eine sich verändernde Umwelt. Wenn es dann zu einer Krise kommt, ist diese besonders krass.

Was genau ist aber eine Krise aus psychologischer Sicht?

Das griechische Wort krisis tauchte erst in der Bedeutung einer Meinung oder Entscheidung auf. Später wurde es für eine Zuspitzung verwendet. So verwenden wir es heute auch noch. Die Krise zeigt uns, dass etwas, was wir bisher gemacht haben, nicht mehr funktioniert. Alte Strategien greifen nicht mehr. Ein altes Produkt wird nicht mehr gebraucht. Eine früher hilfreiche Kommunikationsstruktur funktioniert nicht mehr. Das alte Weltbild hat sich als falsch erwiesen. Ist das der Fall, geraten Menschen, Beziehungen oder Unternehmen, aber auch ganze Gesellschaften in die Krise.

In dieser Krise stehen wir vor den Scherben dessen, was wir bisher als gültig annahmen. Es funktioniert nicht mehr. Und häufig geraten wir dabei in existenzielle Not. Das ist das Gefährliche an einer Krise: Sie fühlt sich für ein Individuum lebensgefährlich an, als wäre nun alles vorbei. Das stimmt auch, beziehen wir das auf das Leben, wie wir es bisher kannten. Es geht nicht mehr zurück. Je länger wir vorher im Alten verharrt haben, daran festgehalten haben, umso schlimmer und dramatischer ist die Krise. Das gilt für Menschen, die sich lange in ihrer Komfortzone aufgehalten haben, für Beziehungen, die zu lange für selbstverständlich gehalten wurden und für Unternehmen, die immer genauso weitergemacht haben, wie es ja auch schon bisher gut funktioniert hat.

Bevor die Chance auftaucht, braucht es also einen Zusammenbruch. Ohne ihn ist kein Neuanfang möglich.

Im folgenden Kreis, der eigentlich eine Spirale ist, siehst du, aus welcher Dynamik Krisen entstehen, und wie es danach weitergeht. Es gibt einen Moment, in dem alles perfekt scheint. Alles läuft. Dieser Zustand dauert in der Regel ein paar Monate an – und zwar ganz egal, ob es sich um eine berufliche oder um eine private Situation handelt!

Dann kommt nach und nach Sand ins Getriebe. Wir machen weiter wie bisher, vielleicht ein wenig entschlossener, um in den glücklichen Zustand zurückzufinden. Das geht aber nicht. Die Spirale dreht sich nur in eine Richtung, und Rudern gegen den Strom kann den Prozess zwar verlangsamen, aber nicht aufhalten. Es kostet nur Kraft. Es braucht eine qualitative Veränderung, damit sich eine neue Hochphase einstellen kann.

Wer heftige Krisen vermeiden möchte, kann diese Veränderung bewusst herbeiführen: Immer wieder überprüfen: Was passt noch von dem, was ist, und was muss anders werden. Dann ist es wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen, sich Rat zu holen und auch ganz verrückte Ideen einfach auszuprobieren. Unternehmen können dafür ein Experimentierbudget einplanen. Menschen immer wieder einmal etwas tun, was sie bisher nie getan hätten, um neue Erfahrungen zu ermöglichen. So gehen sie durch eine kleine Krise. Tun sie das nicht, kommt irgendwann die große.

Ist die Krise da, geht sie umso schneller vorbei, je mehr man sie akzeptiert, also akzeptiert, dass es nun so ist wie es ist. Sich dem stellen, was passiert, Bilanz ziehen, egal wie schmerzhaft sie ist, und der Situation ins Auge blicken. Das ist der schwierigsten Moment, und der, vor dem die meisten am längsten zurückschrecken.

Ist das geschafft, passiert das Magische: Plötzlich wird aus der Erstarrung oder der Panik Energie! Es tauchen neue Ideen auf, auch solche, auf die man bisher wirklich nie gekommen wäre. Und weil man nichts mehr zu verlieren hat, ist es viel einfacher, sich auf sie einzulassen, sie auszuprobieren und auch verrückt Scheinendes einfach mal zu tun. Neue Kooperationen und Kontakte entstehen, neue Geschäftsideen, neue Beziehungen, neue Modelle der Zusammenarbeit. Plötzlich geschieht das mit einer großen Leichtigkeit, man fühlt sich belebt und voller Energie, selbst wenn man vorher monatelang erschöpft war.

Nach einer Weile kehrt dann wieder Ruhe ein. Die Dinge haben sich neu geformt, alles scheint zu stimmen. Man befindet sich wieder auf einem Sockel. Aber Achtung: Die Entwicklung geht weiter! Wer das verschläft, programmiert die nächste Krise schon vor.

Was bedeutet das für die aktuelle Krise, in der sich viele nun befinden? Wer akzeptiert, dass er sich fühlt wie er sich fühlt, ist im Vorteil. Wer wahrnimmt, was sich alles verändert hat, kann schneller handeln. Wer die Angst und den Schmerz zulässt, die sich vielleicht einstellen, wenn man etwas verloren hat, und sei es nur das Gefühl von Sicherheit, wird schneller von der Energiewelle davongetragen, die sich einstellt, sobald der Zusammenbruch passiert ist. Deshalb heißt es: Im Hier und Jetzt ehrlich wahrnehmen was passiert anstatt Alten nachzutrauern oder über Kommendes zu jammern ist der Schlüssel zur Krisenbewältigung. Das tut immer weh – und dieser Schmerz lohnt sich wahrhaftig. Es ist wie bei einer Geburt. Es passiert danach etwas ganz Neues, aber die Geburt kann man nicht auslassen, wenn man das Neue will.

Wenn du Unterstützung bei der Krisenbewältigung brauchst oder Fragen hast, melde dich gern!

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