Sei spontan! – Und ab in die Zwickmühle…

Es ist schon ein paar Jahre her, dass Paul Watzlawick („Anleitung zum Unglücklichsein“) über das Sei-Spontan-Paradox geschrieben hat.

Da ich immer wieder Menschen und noch häufiger Paare erlebe, die damit in eine schier unauflösbare Zwickmühle geraten sind, finde ich das Thema weiterhin hoch aktuell!

Stell dir vor, da beneidet eine Frau die Nachbarin, die immer mal wieder von ihrem Mann einen frischen Blumenstrauß bekommt. Ihr eigener Mann bringt ihr nie einen mit. Also beschließt sie eines Tages, das ihrem Mann zu sagen, weil sie sich ungeliebt fühlt. Also tut sie wie entschieden, sagt ihm, dass sie es auch gerne hätte, dass er ihr mal Blumen mitbringt, und der Mann, der seiner Frau gerne eine Freude macht, bringt ihr schon am kommenden Samstag vom Markt einen wunderschönen Strauß mit. Alles gut, könnte man meinen. Ist es aber nicht. Denn erstaunlicherweise freut sich die Frau gar nicht darüber! Die Undankbare, könnte man nun sagen, so sind die Frauen: Mit nichts zufrieden!

Leider kann die Arme das auch gar nicht sein. Sie ist dem „Sei-Spontan-Paradox“ zum Opfer gefallen. Was das bedeutet?

Stell dir vor, du sagst einem anderen Menschen: „Du bist nie spontan. Immer müssen wir uns schon Tage vorher festlegen, was wir am Wochenende machen. Wenn ich dich spontan frage, was wir machen, fällt dir nichts ein. Sei doch mal ein bisschen spontaner!“ Und der so Angesprochene sagt dann am folgenden Samstag: „Hey, lass uns ins Kino gehen!“ – ist das dann noch spontan? Nein, ist es nicht, weil es ja die Reaktion auf eine Bitte war und nicht wirklich spontan aus dem Inneren kommt. Das Spontane wirkt dann eben überhaupt nicht mehr so wie es soll. Durch die Bitte, dass der andere spontan sein soll, ist es ihm gleichzeitig schon unmöglich gemacht worden.

Bei der Sache mit den Blumen verhält es sich gleich. Sie machen dann besonders viel Freude, wenn der andere sie aus eigener Initiative mitgebracht hat, und nicht weil er „soll“. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Partner dem anderen sagt, er solle doch auch mal die Initiative beim Sex übernehmen. Wenn man muss, geht es nicht mehr – selbst wenn einem eigentlich danach wäre. Wenn diese Situation eine Weile andauert, kann die gesamte Intimität in der Partnerschaft zum Erliegen kommen.

Wie kommt man wieder heraus? Das ist nicht leicht. Wichtig ist, dass man erst einmal erkennt, dass man dem Paradox zum Opfer gefallen ist. Vielleicht kann man gemeinsam mit dem anderen beschließen, die Situation auf „Reset“ zu stellen. „Ab sofort bitte keine Blumen mehr bringen, weil ich das will. Lass uns das nicht mehr machen.“ Seltsam, aber dass man so darüber spricht, verändert etwas. Wenn dann drei Wochen später ein bunter Strauß in der Vase steht, hat das eine andere Qualität.Oder: „Ok, ich übernehme wieder die Initiative so wie früher. Du brauchst das nicht zu machen.“ Erst dann ist es überhaupt möglich.

Gibt es eine Situation, in der du in einem solchen Paradox gefangen bist? Gut, dann hast du schon etwas Wichtiges herausgefunden. Dass es da nicht weitergeht, liegt weder an dir noch an deinem Partner, sondern an dem Paradox. Das wirkt bei allen Menschen gleich gut! Viel Spaß beim Entbröseln und Verändern!

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