Wie können Eltern das Phänomen der falschen Erinnerungen nutzen, um ihre Kinder zu stärken?

Dr. Elisabeth Loftus erforscht in den USA seit über dreißig Jahren das Gedächtnis. Sie interessiert sich dafür, wie Menschen vergessen – aber vor allem, woran sie sich erinnern, und in wieweit man sich auf diese Erinnerungen verlassen kann. Dazu hat sie viele Versuche begleitet, in denen Forscher probiert haben, Menschen falsche Erinnerungen einzupflanzen. Konkret: Die Forscher haben sich gefragt, ob es möglich sei, Menschen zum Beispiel davon zu überzeugen, sie seien als Kinder von einem Hund angefallen und verletzt worden. Oder sie davon zu überzeugen, sie seien in einem Einkaufszentrum verloren gegangen und hätten ihre Eltern erst nach langem Suchen und mit der Hilfe eines freundlichen Erwachsenen wiedergefunden, obwohl das in Wirklichkeit nie passiert ist.

Was hat Loftus herausgefunden? Ja, durch suggestive Fragen oder Erzählungen kann man Menschen diese Erinnerungen einreden. Und spannend ist: Wenn andere Menschen, die die Versuchsperson kennt, das unterstützen, sogar in einem hohen Prozentsatz.

Hier sind die Zahlen zu Loftus‘ Studie mit der „Erinnerung“ daran, dass Menschen als Kinder im Einkaufszentrum verloren gegangen seien. Wenn Forscher darauf bestanden, sie wüssten, dass das wirklich passiert sei, konnten sich etwa 25% daran „erinnern“ und nach kurzer Zeit sogar Details erzählen: Wie die Person ausgesehen hatte, die sie zu den Eltern zurückgebracht hatte, wie das Wetter an diesem Tag war, welche Geschäfte sie vorher besucht hatten. Wenn aber die Mütter der Versuchspersonen ebenfalls bestätigten, dass das geschehen sein, „erinnerten“ sich 70% der Versuchspersonen daran! Was für eine Macht Eltern haben, was die Erinnerungen ihrer Kinder angeht!!

Es geht aber noch weiter: Menschen, die sich „erinnern“ einmal im Einkaufszentrum verloren gegangen zu sein, werden ihre eigenen Kinder dort ganz anders im Blick behalten. Und zwar ganz egal, ob die Erinnerung wahrheitsgemäß ist oder nicht! Beide Erinnerungen wirken gleich, sie beeinflussen Handlungen, Gefühle und Überzeugungen!

Wenn man Kindern nun aus ihren frühen Jahren von Missgeschicken und peinlichen Situationen erzählt, werden sie sich damit identifizieren, ihr Selbstwertgefühl leidet. Erzählt man ihnen davon, wie sie schwierige Probleme gelöst haben, tolle Sachen konnten, liebenswert, sozial und klug waren, werden sie das zu ihren Erinnerungen und ihrem Selbstbild machen. Es ist also überhaupt nicht egal, was wir unseren Kindern erzählen und wie wir das tun. Es entscheidet über eine ganze Menge, viel mehr als das, was wirklich passiert ist!

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