Veränderung ist harte Arbeit – auch wenn es keiner hören will

Ich will mich verändern. Entscheide, was ich mir wünsche und was ich nicht mehr will. Und bin enttäuscht, wenn es nicht klappt. Und entscheide dann, dass es halt nicht möglich ist. Weil das generell nicht geht, oder weil ich es nicht kann, oder weil es der falsche Moment war oder weil der innere Schweinehund eben zu stark ist. Klingt komisch? Vielleicht, aber das höre ich ganz häufig.

Wer eine Gewohnheit verändern möchte, gibt oft enttäuscht auf.

Stell dir vor: Du planst, einen Marathon zu laufen. Bisher hast du dich überwiegend auf der Couch und im Auto aufgehalten. Du kaufst dir Laufschuhe und ein paar Klamotten und rennst los. Nach 500 Metern brichst du zusammen und bekommst keine Luft mehr. Naja, denkst du, der erste Versuch. Aber zwei Tage später, als du noch einmal losrennst, passiert das Gleiche. Dann regnet es eine Woche, und du bleibst zuhause und wartest auf den passenden Tag. Als es endlich wieder schön wird, motivierst du dich neu: Heute wird es bestimmt klappen. Andere schaffen das ja auch, einen Marathon. Warum nicht du? Aber wieder schaffst du einen knappen Kilometer, bevor du keuchend am Wegesrand strandest. Du gibst auf. Marathon, das ist nichts für dich. Das schaffst du nicht. Du hast vermutlich die falsche Konstitution dafür. Und überhaupt, in deinem Alter… Und in deiner Familie hat das eh noch niemand geschafft, ihr seid alle nicht so die sportlichen Typen.

Verrückt, nicht wahr? Niemand würde erwarten, einen Marathon einfach zu schaffen, einzig aufgrund der Entscheidung, es zu wollen. Muskulatur muss sich aufbauen, Kondition trainiert werden. Außerdem wissen wir: Für einen Marathon hat man am besten einen guten Trainingsplan, von einem Spezialisten gemacht, oder aus einem guten Buch. Damit legen wir los. Und wir wissen auch, dass es manchmal Rückschläge geben kann. Und wissen auch, dass wir bei jedem Wetter trainieren müssen, selbst wenn das unbequem ist. Und ohne Schwitzen geht es nicht.

Genauso ist es auch bei Veränderungen in der Psyche, in den Gefühlen, im Verhalten! Es reicht nicht zu entscheiden: „Ab heute bin ich Optimist!“ Wenn du bisher alles negativ gesehen hast, und das aus Überzeugung, wirst du auch diese Veränderung trainieren müssen. Immer wieder zurückfallen. Dir einen Plan zulegen müssen, täglich bewusst trainieren. Vielleicht mit einem Profi, vielleicht mit einem guten Buch. Und genauso wie beim Marathon dauert es ein paar Monate, bis du die Dinge wirklich anders siehst und mit Zuversicht durch deine Tage gehst, anstatt das Schlimmste zu erwarten. Veränderung ist Arbeit. Ob ich will oder nicht. Wenn ich aber bereit bin, diese Arbeit aufzunehmen, gelingt es mir auch das zu erreichen, was ich möchte, und mich wirklich und anhaltend zu verändern.

Ich finde, das ist eine gute Nachricht!

 

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