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Weihnachten. Was tun, wenn meine Liebsten keine Geschenke wollen?

Als wäre Weihnachten noch nicht kompliziert genug mit Verwandtschaftsbesuchen und überall hohen Erwartungen, so ist heutzutage nicht einmal mehr die Sache mit den Geschenken sicher. Waren das schöne Zeiten, als klar war: Jeder schenkt jedem etwas. Die Alten, die schon alles haben, bekommen eine besondere Creme oder eine feine Seife oder unnütze Dinge wie Schals, Küchenhandtücher oder ein weiteres Angoraunterhemd. Die Kleinen etwas Schönes zum Spielen, was oft schon nach ein paar Wochen uninteressant wird. Die mittlere Generation Bücher oder etwas Wertvolles, das unter dem Baum ein bisschen glitzert, und von den Gästen eine gute Flasche Wein. Die Nachbarn bekommen eine Kleinigkeit, der Hund einen Knochen, und so hat alles seine Ordnung.

Damit ist es nun vorbei. Immer mehr Menschen sagen, dass sie gar keine Geschenke wollen. Manche sagen das wegen der Nachhaltigkeit. Sie möchten nicht noch mehr Sachen haben, sondern tendieren zum Minimalismus. Andere kaufen sich eh ständig alles, was sie wollen und haben gar keine Wünsche mehr. Und es gibt nichts, womit man sie überraschen könnte. Wieder andere haben zu viele Sachen bekommen, die sie schrecklich fanden, und anstatt sich wie früher brav dafür zu bedanken und sie dann diskret weiter zu schenken, möchten sie der Sache ein für alle Male ein Ende bereiten. Wieder andere lügen, sie wollen eigentlich ein Geschenk, möchten aber bescheiden wirken in einer Zeit, in der Geschenkschlachten immer mehr in Verruf geraten. Wie soll man sich da orientieren?

Grundsätzlich gilt: Wer nichts will und auch nichts schenkt, dem darf man glauben. Warum auch nicht? Vielleicht schenkt man trotzdem eine Kleinigkeit, die schnell aufgegessen ist, vier kleine leckere Pralinen, einfach, um zu zeigen: Ich habe an dich gedacht. Das reicht dann aber auch.

Anders verhält es sich bei jenen, die sehr darauf bestehen, nichts zu wollen, aber eigentlich doch etwas wollen – nur, um dann zu klagen, wenn sie etwas bekommen, dass sie ja gar nichts wollten. Denen kann man es nicht recht machen. Mag man die Betreffenden nicht besonders, sollte man sie beim Wort nehmen. Du wolltest nichts, du bekommst nichts. Ich respektiere deinen Wunsch. Liebt man sie dagegen, oder würde den schiefen Familiensegen tagelang ausbaden müssen, dann kauft man besser ein Geschenk und tut bei der zu erwartenden Beschwerde ganz zerknirscht: „Das tut mir so leid! Ich habe wirklich komplett vergessen, dass du ja gar nichts wolltest. Nächstes Jahr denke ich daran, ganz bestimmt!“ So ist man perfekt aus dem Schneider. Was? Das ist gelogen? Und lügen ist nicht gut? Naja, ganz ehrlich: In einem solchen Fall ist es legale Notwehr, denn anders ist man ja automatisch der oder die Dumme. In einem solchen Fall sind Notlügen erlaubt.

Innerhalb der Partnerschaft sollte man sich absprechen: Entweder schenken sich beide etwas, oder keiner schenkt dem anderen etwas. Also ehrlich sein, auch, wenn man etwas haben möchte. Mir geht das zum Beispiel so, weil mein Mann immer so schöne Geschenke für mich aussucht. Es braucht nicht viel zu sein – die Geste zählt, dass man zugehört hat und weiß, was sich der Partner wünscht. Alternativ kann man sich als Paar auch zusammen etwas schenken: Eine Auszeit, ein neues Möbelstück, ein besonderes Erlebnis.

Es ist also ein bisschen komplizierter geworden als früher. Aber nicht unlösbar. Deshalb wünsche ich dir vor Weihnachten eine gutes Händchen beim Geschenke-Besorgen, Backen oder Basteln, und wunderschöne Weihnachtstage!

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