Warum „Nein“ sagen so schwer ist

Warum fällt es so vielen Menschen so schwer, einfach „Nein“ zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen? Klar, manchmal muss man mit erbitterter Gegenwehr rechnen. Viel häufiger aber lässt man das „Nein“ fallen, obwohl man gar nicht weiß, wie der Gegenüber reagieren würde, würde man es sagen. Das heißt, man sagt mit vorauseilendem Gehorsam „Ja“ und schadet sich selbst.

Menschen neigen nicht dazu, sich selbst ohne Grund zu schaden. Zu groß ist unser Wille, dass es uns gut geht. Und überall sorgen wir auch dafür. Nur beim „Nein“, da hört die gute Selbstfürsorge bei vielen einfach auf. Und manche Menschen merken es nicht einmal! Das „Ja“ ist schon heraus, bevor sie überhaupt darüber nachdenken können. Dass sie eigentlich hätten „Nein“ sagen sollen, merken sie häufig erst später, wenn es darum geht, für das „Ja“ gerade zu stehen. Denn dann geht es ihnen nicht gut, sie ärgern sich, oder sie sind überlastet, weil sie zu viele Dinge für zu viele Leute tun und keine Zeit mehr für Dinge finden, die ihnen selbst ganz wichtig sind und ihnen gut tun.

Wenn wir automatisch „Ja“ sagen, obwohl ein „Nein“ stimmiger wäre, liegen die Gründe dafür immer in der Vergangenheit. Meistens in der Kindheit, in der Zeit, in der wir maßgeblich geprägt wurden und in der sich unsere Persönlichkeit entwickelt und geformt hat.

Entweder haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir abgelehnt wurden, wenn wir „Nein“ gesagt haben, dass wir also alleine waren.

Oder wir haben die Erfahrung gemacht, dass es Streit oder Aggression gab, wenn wir „Nein“ gesagt haben, dass wir also in Gefahr kamen.

Oder wir haben die Erfahrung gemacht, dass unser „Nein“ sowieso niemanden interessiert hat, es also zwecklos war.

Alle drei Gründe führen dazu, dass wir uns das „Nein“ abgewöhnen und das so bleibt, auch wenn wir als Erwachsene ganz neue Erfahrungen machen könnten, weil wir uns ja viele Menschen, mit denen wir nun zu tun haben, selbst aussuchen können. So gibt es unter all jenen, die etwas von uns wollen, bestimmt den ein oder anderen, der nicht nur mit einem „Nein“ gut umgehen könnte, sondern auch einige, die das vielleicht mit Mühe schlucken, letztendlich aber akzeptieren würden. Diejenigen, bei denen wir akzeptieren müssen, dass sie unser „Nein“ ablehnen, können wir an einer Hand abzählen: Es sind in der Regel die Menschen, von denen wir wirtschaftlich abhängig sind. Alle anderen können wir lassen und uns neue Kontakte suchen.

Du gehörst zu den Menschen, die gerne öfter „Nein“ sagen möchten, denen das aber schwer fällt? Es bleibt dir nichts anderes übrig, als es zu tun. Die ersten Male wird es sich schlimm anfühlen, du wirst Angst haben oder körperlich sehr stark reagieren. Das ist normal, weil die kindlichen Gefühle wieder hochkommen. Von Mal zu Mal wird es aber leichter, die alten Gefühle verbrauchen sich und werden weniger. Bis du es geschafft hast und dich gut um dich kümmern kannst – erwachsen und stark! Trau dich! Es lohnt sich und ist richtig.

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