Gefahr durch Isolation

Gefahr durch Isolation

Wir sehen täglich Bilder von Intensivstationen. Keine Bilder aus Altersheimen. Was wir da sehen würden, wäre keine Freude. Alte Menschen, die eh schon wenig Besuch haben, nun zwangsweise völlig isoliert. Teilweise ohne zu verstehen, was passiert. Eine Pflegerin sagte mir: Erklären Sie mal einem Dementen, dass er sich Ihnen nicht nähern darf, wenn er das gewohnt war. Andere ältere Menschen verweigern das Essen und wollen sterben.

Isolation ist gefährlich. Menschlicher Kontakt ist der wichtigste Faktor bei der Prognose, wie alt Menschen werden – noch vor einer gesunden Ernährung!

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Die Kontaktsperre ist für alte Menschen lebensgefährlich

Die Psychologin Susan Pinker zeigt das in diesem wunderbaren Ted-Talk (in englischer Sprache). Dabei unterscheidet sie zwei Faktoren: Einerseits die soziale Einbindung, das Dazugehören zu einer Gruppe und die Vielzahl an verschiedenen Kontakten über den Tag: Die PflegerInnen, die BesucherInnen, die Köchin, der Gärter, die Putzfrauen, die Nachbarin am Zaun und so weiter. Zweitens solche Kontakte, die emotionalen Nähe herstellen: Der Sohn, der zweimal in der Woche zu Besuch kommt. Die Enkelkinder, die vorbei schauen, das neue Baby im Arm. Fehlen diese Kontakte, sterben Menschen viele Jahren früher. Das bedeutet: Die Kontaktsperre, die entschieden wurde, um alte Menschen vor dem Tod durch Corona zu schützen, ist selbst lebensgefährlich. Je länger, umso mehr. Wir wissen, was es bedeutet, wenn alte Menschen über längere Zeit nichts essen oder verzweifeln.

Das heißt aber auch: Wer einen alten Menschen liebt und die Möglichkeit hat, wenigstens durch ein Fenster mit ihm oder ihr zu kommunizieren, sollte das unbedingt tun, und besser jeden Tag als nur einmal in der Woche anrufen.

Isolation lässt das Hirn schrumpfen

Zweitens habe ich eine interessante Studie gefunden, die zeigt, was mit dem Gehirn passiert, wenn Menschen über längere Zeit isoliert sind: Die Gehirnmasse nimmt ab. Das wurde bei einer Studie gezeigt, in der Expeditionsteilnehmer untersucht wurden, die 14 Monate in der Antarktis isoliert waren. Besonders der Gyrus dentatus, der bei der Festigung von Gedächtnis-Inhalten eine Rolle spielt und beim räumlichen Denken, hatte stark abgebaut.
(Quelle: Stahn AC et al. (2019) Brain Chanes in Response to Long Antarctic Expeditions. New England Journal of Medicine. Veröffentlich auch in: DG Neurologie: Band 3, Heft 2, März 2020)

Wenn wir nun bedenken, dass bei dementen Menschen genau diese Funktionen eh schon geschädigt sind, müsste es naheliegend sein, sie so viel wie möglich mit anderen Menschen zu umgeben – zum Beispiel, indem man einen Kindergarten ins gleiche Haus baut. Im Moment passiert das Gegenteil. Gut gemeint – aber ist es auch gut durchdacht?

Dazu kommt, dass auch alte Menschen, die noch fit sind, sich vielleicht aber nicht mit den modernen Techniken auskennen, gerade von den Kontaktsperren betroffen sind. Wenn sie aus Versehen das Adressverzeichnis im Telefon löschen, darf die Enkelin nicht kommen, die weiß, wie man die Telefonnummern wieder speichert.

Wer das Haus verlassen darf, sollte soviel Zeit im Kontakt mit anderen verbringen, wie möglich

Wer in einer Situation ist, in der er das Haus verlassen darf, ein Telefon besitzt oder einen Internetanschluss, sollte möglichst viel Zeit im Kontakt mit anderen Menschen verbringen. Wer in einem Bundesland lebt, in dem man sich mit einem zweiten Menschen draußen treffen darf, sollte das nutzen, so viel es geht. Gemeinsam radfahren, sich auf eine Wiese setzen, mit dem gebotenen Abstand, sich austauschen, all das besprechen, was Menschen verbindet.

Menschen brauchen das. Menschen erkranken nicht nur an Corona und anderen ansteckenden Krankheiten. Sie erkranken auch an Einsamkeit. Deshalb müssen auch diese Folgen berücksichtigt werden, wenn darüber nachgedacht wird, wann die aktuellen Beschränkungen wieder aufgehoben werden sollen. Wie bei jedem Medikament klar sein muss, dass die gewünschten Wirkungen die unerwünschten Nebenwirkungen überwiegen, muss das auch in der aktuellen Situation immer wieder geschehen.

Passt alle gut auf euch auf – und auf jene die euch nah sind!

Herzlich, Anke

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