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Weihnachten ohne Stress

Weihnachten ohne Stress

Komische Überschrift, finde ich. Weihnachten ist das Fest des Friedens, der Ruhe, der Besinnung. Wo, bitte, soll da der Stress herkommen?

Gründe gibt es viele: Geschenke besorgen, einpacken, einkaufen, kochen, alles schön schmücken und so weiter. Da gibt es viel zu tun, unendlich viel, wenn man nicht irgendwann sagt: Es reicht. Denn am Schluss soll alles perfekt sein. Weihnachten ist ja ein ganz besonderer Tag, wir feiern Weihnachten nur einmal im Jahr. 

Je stärker du zum Perfektionismus neigst, umso mehr stresst du dich (genau: du stresst dich – nicht Weihnachten stresst). Jedes einzelne Geschenk muss dann zum Kunstwerk werden, aber natürlich kannst du dich auch in die Breite komplett verausgaben: Eine Kleinigkeit für alle Nachbarn, Plätzchen für die Kollegen (und natürlich darauf achten, wer welche Lebensmittelunverträglichkeit hat), Weihnachtspost schreiben und so weiter. Deshalb fangen manche Leute schon Wochen vor Weihnachten an mit der Planung. Das hilft – weil man dann nicht in den letzten beiden Wochen rund um die Uhr am Organisieren, Einkaufen, Schreiben, Backen und Verpacken ist. Aber mal ganz ehrlich: Wochenlang arbeiten für perfekte Weihnachten? Muss das wirklich sein?

Und wie ist das in der Tradition von Weihnachten? Es hat unperfekt angefangen: Ein Stall, um ein Kind zu gebären, keine Heizung, sondern ein paar Tiere, eine Krippe anstatt einer Wiege, nichts war perfekt, alles improvisiert. Warum machen wir uns dann so einen Kopf?

Aber auch die eigene Familie stresst viele von uns. Onkel Fritz ist wieder betrunken, Mama fragt schon wieder, wann es endlich Nachwuchs gibt, die Kinder schlingen das Essen runter und wollen dann direkt ihre Freunde treffen, die Geschenke gefallen nicht und das Essen schmeckt auch nicht, weil die Eltern darauf bestehen, das traditionelle Essen zu machen, das eigentlich gar niemand mag, es ist keine Zeit zum Gemütlich-Zusammen-Sitzen. Die Liste der möglichen Peinlichkeiten, aber auch Verletzungen ist lang.

Ich möchte Weihnachten entspannt feiern. Ein kleines Geschenk für meine Liebsten. Ein Baum. Der darf ruhig ein bisschen krumm sein. Die Kinder schmücken ihn, so wie sie das möchten. Was wir essen, überlegen wir zusammen, und wir kochen und decken auch gemeinsam. Die Oma ist eingeladen, darf aber etwas mitbringen, zum Beispiel das Dessert. Wir rufen die Verwandten in Ruhe am ersten Feiertag an, wenn der große Trubel vorbei ist. Wir singen miteinander, das Notenbuch ist mindestens 40 Jahre alt. Und wenn wir vor Weihnachten keine Zeit haben zum Schreiben, machen wir es hinterher. Die meisten Menschen freuen sich ja auch noch an Silvester über Post.

Wirf deinen Perfektionismus über Bord. Ein einfaches Essen? Prima! Das Essen im Lieblingsrestaurant abgeholt? Wunderbar! So viele gute Köche bereiten köstliche Take-Aways für die Festtage vor, dass es schade wäre, selbst stundenlang in der Küche zu stehen! 

Und die Sache mit der Familie? Da kann man nicht immer etwas machen. Manche Familienmitglieder sind wirklich anstrengend, und das ist auch in Ordnung – wenn du nicht mit anderen Erwartungen hingehst. „Kann der sich nicht einmal an Weihnachten beherrschen?“ habe ich kürzlich von jemandem gehört. Nein, das passiert selten. Lieber rechnest du damit, dass es wird wie meistens und überlegst, welcher Rahmen dann für dich am passendsten wäre. Vielleicht nicht gleich für eine ganze Woche einquartieren, sondern nur zwei Tage bleiben, auch wenn es eine lange Reise ist? Bei Freunden schlafen, und nicht bei der Familie? Oder den Besuch zu Weihnachten etwas abkürzen? Selbst einladen, statt andersherum? Sicher findest du Punkte, an denen du ansetzen kannst, um den Familienstress zu entschärfen. Das ist in Ordnung. Die meisten Familien strengen ihre Mitglieder an. Das ist normal, hat man doch meistens in der Familie einiges erlebt, was nicht immer ganz angenehm ist und erlebt dort die intensivsten Erwartungen, die meistens überhaupt nicht erfüllbar sind. Stelle dich darauf ein, es dir so gut wie möglich zu machen in der Familie, die du eben hast. Erwarte nicht viel, um Enttäuschungen vorzubeugen, schau, was du selbst tun kannst, um bestimmte Situationen erst gar nicht aufkommen zu lassen. 

Ich wünsche dir entspannte Festtage, gerade auch dieses Jahr. Pass gut auf dich auf!

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