Was die Atmung und mit Lebendigkeit zu tun hat – und mit Depression

Hast du mal Kinder beim Atmen beobachtet? Ganz kleine? Der Atem fließt tief in den Bauch. Sie seufzen manchmal, atmen tief, wenn sie satt sind, atmen schnell und flach, wenn sie aufgebracht sind. Haben sie geweint und beruhigen sie sich, erkennst du das am schnellsten daran, dass ein tiefer Atemzug kommt. Dann geht es ihnen schon wieder besser.

Wie atmest du im Alltag?

Die meisten Erwachsenen haben die tiefe Atmung aus den Anfängen schon lange verloren. Warum? Wann immer wieder ein schmerzhaftes Gefühl haben, das sich nicht auflöst (so wie im obigen Beispiel von dem Kind, das sich vielleicht im Arm seiner Mutter wieder beruhigt), dann halten wir den Atem zurück. Damit unterdrücken wir das Gefühl, es geht uns erst einmal besser.

Natürlich hat das Zurückhalten einen Preis: Wir halten nicht nur das unangenehme Gefühl zurück, sondern damit einen Teil unserer Lebendigkeit. Zurückhalten fordert einen Preis. Es ist nicht passiv, es ist aktiv. Es bindet Energie, die ständig dafür verwendet wird, das Zurückhalten aufrecht zu erhalten.

Deshalb sind Menschen, die depressiv sind, immer schlechte Atmer. Manche halten die Luft regelrecht an. Die meisten atmen flach. Deshalb hilft tief atmen gegen Depressiv-Sein. Atmen wir tief, weicht das Zurückhalten und wir spüren uns wieder. Nicht immer ist das natürlich erst einmal angenehm. Nicht selten machen sich alte Gefühle bemerkbar, die nur darauf gewartet haben, sich zeigen zu dürfen (um ernst genommen und transformiert zu werden). Aber ist es nicht besser, Schmerz zu spüren als überhaupt nichts mehr?

Wenn du dir erlaubst, wieder tiefer zu atmen, bekommst du auch das Gute zurück: Das Gefühl lebendig zu sein, die Lust, die Heiterkeit, den Übermut, die Neugier und vieles mehr.