Warum hast du das vergessen?

Warum vergessen wir? Klar, wir haben häufig mehr Bälle in der Luft, als wir wieder auffangen können. Aber welcher fällt runter? Ist das Zufall?

Nein. Es gibt mehrere Faktoren, die darüber entscheiden können, was wir vergessen von dem vielen, woran wir denken wollen oder sollen.

Manchmal vergessen wir etwas, weil wir es nicht mit ganzer Aufmerksamkeit wahrgenommen haben. Das eigentliche Problem betrifft dann nicht den Output, sondern den Input. Wo wir nur beiläufig hinhören, vielleicht „jaja“ sagen, es aber nicht mit ganzer Aufmerksamkeit hören und verstehen, da wird nicht viel gespeichert. Es rutscht wahrhaftig auf der einen Seite rein und gleich auf der anderen wieder raus. Eine Minute später ist es wieder weg. Da hat einer doch was gesagt, was war das noch einmal?

Manchmal vergessen wir etwas, weil wir zu stark unter Stress stehen. Wir sind so unter Spannung, dass die Konzentration schlecht ist. Wir sind sozusagen „verheddert“ oder stehen neben uns. Neurologisch sieht das dann so aus, dass die beiden Gehirnhälften nicht mehr geschmeidig zusammen arbeiten. Sie synchronisieren sich nicht mehr korrekt. Klassisch: Man geht in die Küche, um etwas zu holen und steht dann da und hat vergessen, was man wollte.

Manchmal vergessen wir etwas, weil es unangenehm ist. Die Hausaufgaben zum Beispiel. Der innere Schweinehund, der ja manchmal möchte, dass wir uns einfach wohl fühlen, kickt die unangenehme Aufgabe aus dem Blickfeld, damit sie uns nicht belastet. Dass sie uns dadurch am nächsten Tag noch stärker belasten wird, hat er nicht auf dem Schirm. Er ist ein kurzfristiger Denker.

Manchmal, wenn wir wirklich zu viel tun möchten und uns zu viel zumuten, kann es auch sein, dass unser Unbewusstes ein paar Aufgaben aus der Planung schaufelt, einfach, um einen Zusammenbruch zu vermeiden. Dann läuft das Vergessen unter dem Thema „Schadensbegrenzung“.

 

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