Manipulation – Negative Einflussnahme erkennen und sich schützen – Teil 1

Letzte Woche habe ich schon etwas über Manipulation im Allgemeinen geschrieben. Heute erzähle ich dir, wie du negative Manipulation erkennst und dich schützt und wehrst. Es gibt verschiedene Formen davon, nicht alle wirken bei jedem, aber vielleicht erkennst du hie und da etwas, das dir bekannt vorkommt.

  • Manipulation durch offene Drohung (sehr unelegant): wenn du das nicht tust, passiert jenes
  • Manipulation durch versteckte Drohung. Da spüren wir oder wissen es aus früheren Erfahrungen: Wenn wir nicht tun, was der andere will, passiert was. Weil er vielleicht jedes Mal auf die gleiche unangenehme Art reagiert
  • Manipulation durch Ausnutzen von Abhängigkeiten. Diese Manipulation geschieht oft zwischen Eltern und Kindern, weil letztere wissen, dass sie auf die Eltern angewiesen sind. Gerade bei Eltern, die sich schmollend zurückziehen, wenn ihre Kinder nicht zu ihren Erwartungen passen, fügen sich Kinder oft gegen ihre Interessen denen der Eltern
  • Manipulation durch Schmeicheleien: Da bekommen wir das Gefühl, ganz toll zu sein, wenn wir etwas Bestimmtes tun oder auch lassen. Besonders wirksam funktioniert das, wenn der andere spürt oder weiß, wo unser wunder Punkt ist. Fühle ich mich bedeutungslos? Dann kann er mich überall hin bringen, wenn er mir das Gefühl gibt, Bedeutung zu haben. Fühle ich mich schwach, tue ich was er will, wenn er mir zeigt, dass ich stark bin oder diese Anerkennung gerade an das koppelt, was ich will. Dieser Art von Manipulation fallen Jugendliche häufig zum Opfer, die zum Beispiel Drogen probieren, weil sie dadurch das Gefühl bekommen, zu den Coolen zu gehören, mutig zu sein oder nicht so verklemmt wie die anderen, etwas Besonderes also.
  • Manipulation durch durchschaubare Schmeicheleien. Hier schmiert uns jemand Honig ums Maul: „Du kannst das doch so gut, niemand backt den Johannisbeerkuchen so toll wie du. Bitte mach es mir zuliebe.“ Selbst wenn wir hier die Manipulation durchschauen, ist es schwer, Nein! zu sagen
  • Manipulation durch Double-Binds. Diese Doppelbindungen sind ein tückisches psychologisches Netz, in dem man sich leicht verfängt. Sie entstehen, wenn man in eine Situation gelangt, in der man zwei Möglichkeiten hat, die beide negativ ausgehen. Das wird einem nicht gesagt, aber man empfindet es so. Double-Binds sind besonders häufig zwischen Eltern und Kindern und in Partnerschaften. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeit beherrschen die Kunst der Double-Binds perfekt, und auch viele Jugendliche, denen aufgrund ihres Alters gerade nicht wichtig ist, welche Folgen ihr Verhalten für andere hat. „Sorge dich um mich (weil ich riskante Dinge tue), aber halte dich raus!“ Eltern, die sich raushalten, müssen sich irgendwann den Vorwurf anhören, sich ja nicht zu interessieren. Solche die nachfragen oder sich sorgen, hören den Vorwurf, erdrückend zu sein oder zu nerven. Wer sich einen Double-Bind ausgesetzt fühlt, versucht meistens enorm viel zu tun, um diesen zu widerlegen oder zu entkräftigen. Mit Menschen, die das tun, kann man fast alles machen. Eltern sind dann bereit, für ihre Kinder Zugeständnisse zu machen, die sie freiwillig nie machen würden und von denen sie bisher auch nicht viel gehalten haben, nur um ihre Kinder zu retten – erfolglos. Denn aus einem Double-Bind kommt man nur auf eine Weise raus: Nichts tun, nicht reagieren, nicht einmal zucken, wenn er aktiviert wird.

Das ist der erste Schritt: Manipulation merken, und ganz besonders dann, wenn es sich um Double-Binds handelt. Und dann überlegen, wie man hinaus kommt. Da helfen in der Regel rhetorische Techniken.

  • Bei Schmeicheleien, die man bemerkt: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass du meinen Kuchen so magst. Aber dieses Mal geht es leider nicht. Vielleicht das nächste Mal (und dabei kann man sich insgeheim denken: Das nächste Mal sage ich dir das Gleiche, bis du mich mit dem Kuchen in Frieden lässt)
  • Bei Ausnutzen von Abhängigkeiten: Ansprechen, wie es einem damit geht und offen sagen, dass man Tendenz hat zu tun, was der andere will, aber nicht aus freien Stücken, sondern weil man sich abhängig fühlt. Nicht wenige sind dann bereit zu reden. Wenn das Gegenüber das mehrere Male nicht tut, sollte es als Freund / Partner oder Vorgesetzter in Frage gestellt werden. Hier ist manchmal die Flucht als letztes Mittel die richtige Wahl.
  • Bei Manipulation durch Drohungen: Schauen wie man aus der Beziehung herauskommt. Und zwar so schnell wie möglich.

Nächste Woche schreibe ich etwas dazu, was man tun kann, wenn in der Arbeit manipuliert wird. Denn da kann man nicht immer weg.

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