Kindern Gewalt erklären

Kinder brauchen Wahrheit. Und zwar nicht nur, was das angeht, was in ihren Familien passiert. Sondern auch rings herum, in ihrer Stadt, in ihrer Gesellschaft, in der Welt.

Viele Eltern haben Sorge, ihre Kinder könnten Ängste entwickeln, wenn sie erfahren, was alles Schlimmes passiert. Wo es Kriege gibt, dass es weiterhin auch bei uns Anschläge geben kann, dass Menschen auch hier überraschend jung sterben, weil sie krank sind, verunglücken, oder aus heiterem Himmel. Viele Erwachsene möchten das alles selbst nicht so genau wissen.

Wir unterschätzen Kinder massiv! Es geht nicht darum, ihnen im Detail zu erzählen, wie genau jemand ums Leben gekommen ist, den wir kannten. Aber dass es passiert ist, das ist wichtig zu wissen, auch für Kinder. Und wenn das traurig macht, auch uns, dann sollen sie auch das wissen.

Genauso verhält es sich mit Gewalt. Es ist wichtig für Kinder zu erfahren, was an Gutem aber eben auch an Schlechtem passiert auf der Welt. Dass es Menschen gibt, die als Sklaven leben müssen, dass es viele Staaten gibt, in denen Krieg herrscht, dass es Staaten und Religionen gibt, in denen Frauen in ihrer Freiheit massiv eingeschränkt, geschlagen oder vergewaltigt werden. Auch hier gilt: Kinder müssen nicht im Detail hören, wie das aussieht, das sollen sie gar nicht. Aber sie sollen wissen, wie es ist, damit sie lernen, eine Position zu beziehen, Mitgefühl zu entwickeln und zu merken, was richtig ist und was falsch. Wachsen sie in einer plüschigen Seifenblase auf, werden sie das später nicht mehr nachholen können.

Kinder kommen gut mit diesen Informationen zurecht, wenn sie sie von Menschen bekommen, denen sie vertrauen, bei denen sie sich sicher fühlen und denen sie glauben. Menschen, an die sie gebunden sind. Zu denen sie sich zugehörig fühlen. Und, auch wenn es auf den ersten Blick paradox scheinen mag: gerade weil diese Menschen ihnen gegenüber offen sind, vielleicht auch ihre eigene Sorge zum Ausdruck bringen, fühlen Kinder sich sicher. Auch wenn es die Welt ringsherum nicht ist. Aber das wissen Kinder sowieso.

Denn: Wenn wir es ihnen nicht sagen, und sie es uns nicht sagen, heißt das nicht, dass sie es nicht wissen. Es heißt nur, dass sie mit uns darüber nicht sprechen. Und das finde ich wirklich bedenklich!

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