Schadet es unserer Beziehung, wenn ich mit meinem Partner darüber rede?

Wir lesen ständig, es sei wichtig, in einer Partnerschaft über die Beziehung zu reden. Stimmt. Und stimmt auch nicht. Warum?

Wie überall macht hier die Dosis das Gift. Und die Art der Verabreichung. Es ist gut, sich in einer Partnerschaft darüber auseinander zu setzen, was die Beziehung für die Partner bedeutet und wo beide miteinander hin wollen. Das sollten alle Paare hin und wieder tun, um herauszufinden, ob die Ziele übereinstimmen, oder ob verschiedene Interesse unter einen Hut gebracht werden wollen, damit es beiden gut geht. Soweit so gut.

Es gibt aber auch Paare, die ständig über ihre Beziehung sprechen. „Du liebst mich nicht richtig“, „wir haben keine wirkliche Nähe zueinander“, „haben wir eine Beziehung oder haben wir eine Affaire?“, und die damit zu keinem kurzfristigen Ergebnis finden. Manche Paare reden sogar fast ständig darüber – und verlieren sich dabei komplett aus den Augen. Denn je mehr wir ÜBER eine Beziehung sprechen, umso weniger LEBEN wir die Beziehung. Das ist wie der Unterschied zwischen über ein köstliches Essen reden oder es wirklich essen.

Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn wir ständig mit anderen über unsere Beziehung sprechen. Auch das dient der Vermeidung der Beziehung.

Warum das so ist? Beziehung bedeutet Auseinandersetzung, Einlassen, Begegnen und damit auch Verletzt-Werden, Herausgefordert-Werden und sich auf den anderen einlassen, selbst wenn wir ihn erst nicht verstehen können. Das braucht Mut und es birgt viele Risiken. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum so viel über Beziehung geredet wird und so wenige Paare wirklich intensiv in Beziehung sind. Schade eigentlich!