Füllwörter machen leer

… und zwar das, was du sagst. In den letzten Tagen habe ich so viele Leute getroffen, die Mengen von Füllwörtern benutzen und sich wundern, dass das, was sie sagen wollen, nicht ankommt, so dass ich mir gedacht habe: Es wird Zeit, darüber etwas zu schreiben.

Lies mal ganz bewusst diesen Satz: „Also Schatz, eigentlich würde ich dann irgendwie mal gerne nach Hause gehen.“

Und jetzt diesen: „Schatz, ich möchte jetzt nach Hause gehen.“

Was meinst du? Wie wirken die beiden Sätze? Und mit welchem habe ich bessere Chancen, die langweilige Party zeitnah zu verlassen?

Füllwörter killen den Inhalt jeder Aussage. Sie schwächen sie ab. Warum benutzen wir sie dann?

Häufige Gründe sind: Angst vor Ablehnung, wenn wir einen Wunsch äußern, der jemand anderem gegen den Strich gehen könnte. Wenn der andere vor lauter Füllwörtern den Wunsch gar nicht mehr richtig heraushören kann, ist dieses Risiko natürlich geringer. Da wird dann bloß der Wunsch abgelehnt.

Angst vor Konflikten: Was mache ich, wenn mein Gegenüber sagt: „Ich möchte aber noch bleiben!“ Dann muss ich nach Kompromissen suchen oder zu meinem Wunsch stehen. Vielleicht habe ich das nicht gelernt. Vielleicht habe ich auch Sorge, dass mein Schatz dann sagt: „Nimm dir doch ein Taxi. Ich komme dann einfach später nach Hause.“

Füllwörter vermeiden jegliche Art von Auseinandersetzung. Sie sind Weichmacher. Leider sorgen sie dafür, dass unsere Wünsche garantiert unter die Räder kommen. Das Schlimmste ist dabei: Die meisten Menschen verwenden Füllwörter gar nicht absichtlich und sie merken es nicht einmal. Die Füllwörter sind so selbstverständliche Elemente der täglichen Kommunikation geworden, dass sie nicht auffallen, obwohl sie sich ständig einschleichen.

Ich achte vor allem dann ganz besonders scharf auf Füllwörter, wenn jemand über eine geringes Selbstvertrauen berichtet. Oder darüber, dass seine Wünsche nie ernst genommen werden. Dass immer alle anderen zuerst dran kommen. Dass sich niemand interessiert, was er oder sie eigentlich (!) will. Und ganz ehrlich: Da können die anderen gar nichts dafür! Sie merken auch nicht, dass hinter den Füllwörtern ein Wunsch verborgen liegt. Und hören ihn nicht. Dazu gibt es unzählige Erfahrungen.

Du willst überprüfen, ob du Füllwörter benutzt?

Achte auf:

„Eigentlich“, „irgendwie“, „sozusagen“, „also“, „ähm“, „ja“, „meine ich“ und Ähnliches!

Erkenntnis ist hier der erste Schritt zur Veränderung. Achte auch bei anderen Menschen darauf: Wer verwendet viele Füllwörter? Und wie kommt das Gesagte bei dir an? Und versuche im zweiten Schritt immer genauer auf die Füllwörter bei dir zu achten. Zu Beginn wirst du sie erst bemerken, wenn sie schon „raus“ sind. Dann vielleicht, während sie dir noch auf der Zunge liegen. Dann kannst du entscheiden: Raus damit, oder freundlich wieder runterschlucken? Du wirst dich wundern, wie knackig deine Aussagen plötzlich rüberkommen!!!

Also dann eigentlich mal irgendwie viel Vergnügen dabei? Nein! Viel Vergnügen!!! 🙂